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Was heißt barrierefreies Wohnen?

Der Begriff barrierefrei oder Barrierefreiheit findet sich heute in aller Munde und wird für nahezu jeden Bereich genutzt.

Ursprünglich ersetzt er das alte Wort „behindertengerecht“ und beschreibt „das Gegenstände, Medien und Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Behinderung uneingeschränkt benutzt werden können. (Quelle: wikipedia, Dez. 2010)

Der Umgang mit und die Einstellung von Menschen mit Behinderungen hat sich in den letzten Jahrzehnten gravierend verändert. Wurden Menschen mit Behinderungen in früherer Zeit aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt, in Heime gesteckt oder in der Familie versteckt, so werden sie heute zunehmend in unsere Gesellschaft integriert.

Rollstuhl

So lernen heute z.B. in zahlreichen, sogenannten integrativen Schulen, in denen Kinder ohne und mit Behinderungen gemeinsam unterrichtet werden, diese gegenseitig voneinander. Berührungsängste werden abgebaut und es wird ein anderes Verständnis für das Gegenüber entwickelt.
So wurde vor rund 20 Jahren unter dem Druck von Antidiskriminierungskampagnen begonnen auf die besonderen Ansprüche von Menschen mit Behinderung einzugehen.

Es mussten öffentliche Gebäude teilweise aufwendig umgebaut werden, um Menschen mit Behinderung Zugang zu gewähren. Auch Frei-, Gehweg- und Verkehrsflächen mussten umgestaltet werden.

Standen früher vornehmlich die Menschen mit Behinderung im Vordergrund, die durch einen Unfall oder von Geburt an, an einer Krankheit litten, so zeigt uns die demographische Entwicklung heute, dass sich die Bemühungen zur Barrierefreiheit auch zunehmend an unseren älteren Mitbürgern orientieren muss.

Statistisch gesehen wird heute jedes zweite neugeborene Mädchen noch das nächste Jahrhundert erleben, will heißen unsere Lebenserwartung wächst zunehmend. Wissenschaftler gehen davon aus, dass im Jahre 2030 mehr als 25% der deutschen Bevölkerung über 65 Jahren sind. (Statistische Bundesamt).

Mit zunehmend Alter steigt proportional auch die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten, Einschränkungen bis hin zu Behinderungen oder lassen alte Menschen zu Pflegefälle werden. 42% aller Männer über 80 Jahren die 2008 verstarben benötigten Hilfe, bei den Frauen waren es sogar über 60%    (Quelle: Bild 11/2009).
Diese Hilfe wird immer mehr von professionellen Pflegediensten übernommen, weil die Familie, sprich die Kinder und Kindeskinder nicht mehr in der Lage sind Eltern oder Großeltern in den eigenen vier Wänden zu pflegen. Dies ist häufig durch eine räumliche Trennung der Familie nicht möglich aber auch weil Kinder berufstätig sind und auch heute noch Arbeit und Pflege nur schwer miteinander vereinbar sind.

Unsere Gesellschaft wird immer älter und damit steigt auch die  Pflegebedürftigkeit

Oftmals schaffen aber auch einfach die Bedingungen in den eigenen vier Wänden bei auftretenden Beeinträchtigungen oder Behinderungen Probleme, die ein Weiterleben in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus unmöglich machen.

Auch hier, wie in vielen anderen Lebensbereichen, sollte das Prinzip der Vorsorge gelten. Früh geplante Möglichkeiten der baulichen Veränderung sparen viel Geld und ermöglichen es älteren Menschen länger in den eigenen vier Wänden zu leben.

Leider wurde in der Vergangenheit dieser Wandel  - hin zum barrierefreien Wohnen - nur selten berücksichtigt.

Was aber macht  barrierefreies Bauen bzw. Wohnen überhaupt aus?

Dazu dienten die Maße des Menschen bezogen auf seine Tätigkeiten in der Wohnung, in Gebäuden bzw. im Wohnumfeld. Die genaue Analyse von Greifhöhen und Aktionradien aber auch die Nutzung von Hilfsmitteln hat eine Richtschnur ergeben. Aufgrund dieser Richtschnur wurde eine  sogenannte DIN-Norm entwickelt, welche heute festlegt was barrierefrei heißt und wie es baulich umgesetzt werden sollte.

Die erste DIN-Norm für barrieresfreies Wohnen wurde bereits 1992 formuliert. Dazu entstand 1996 das barrierefreie Bauen von öffentlich zugänglichen Gebäuden und Arbeitsstätten und 1998 die barrieresfreie Herstellung von öffent- lichen Verkehrs- und Grünanlagen, Straßen, Plätzen, Wegen und Spielplätzen

Die Entstehung der DIN 18040

(Quelle: FTB Forschungsinstitut Technologie und Behinderung, Dez. 2010)

Daraus entstanden ist die neue DIN 18040-1 (öffentl. Gebäude) und die DIN 18040-2 (für Wohnungen).

Neuerungen gegenüber den alten Normen sind die sensorischen, sprich visuellen, akustischen und taktilen Anforderungen.

DIN-Normen haben jedoch keine Rechtsverbindlichkeit, sie dienen lediglich als Maßstab für einwandfreies technisches Verhalten werden aber im Streitfalle häufig als Entscheidungshilfe herangezogen.

Die Normen berücksichtigen die Bedürfnisse von Menschen

- mit Seh- oder Hörbehinderung,
- mit motorischen Einschränkungen sowie von
- Personen, die Mobilitätshilfen und Rollstühle benutzen

Aber auch

- groß- und kleinwüchsige Personen,
- Personen mit kognitiven Einschränkungen sowie
- ältere Menschen

profitieren durch Nutzungserleichterungen von dieser Norm.

Generell gilt die Norm für Neubauten. Sie sollte sinngemäß aber auch für die Planung von Umbauten oder Modernisierungen angewendet werden.(Quelle: Dipl.-Ing (FH) Architekt Detlef Desler, bettina-herlizius.de, Dez. 2010)

Bei Umbaumaßnahmen in Wohnungen für ältere Menschen sollten die Inhalte der Norm unbedingt berücksichtigt werden, da insbesondere ältere Menschen von jeder Einschränkung, die die Norm berücksichtigt betroffen werden können. Nicht selten treten bei älteren Menschen sogar mehrere Einschränkungen nacheinander ein oder gar gleichzeitig auf.

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