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Eine gesunde Ernährung wird im Alter besonders wichtig.

Wohlbefinden und Vitalität sind wesentliche Voraussetzungen für die persönliche Lebensqualität bis ins hohe Alter. Das Altern selbst ist nicht zu verhindern, doch vermag eine gesundheitsbewusste Lebensführung die Alterungsvor- gänge hinauszuzögern.

Gesunde Ernährung im Seniorenalter heißt Kalorien reduzieren, Mineral- und Vitaminzufuhr erhöhen.

Ausgewogene und altersgerechte Ernährung in Verbindung mit genügend Bewegung sind jedoch die besten Voraussetzungen für ein gesundes und selbst bestimmtes Leben im Alter. Zu einer gesundheitsbewussten Lebensführung trägt die Ernährung in ganz entscheidendem Maße bei. Essen und Trinken haben im Alter eine besondere Bedeutung.

Mit zunehmenden Alter benötigen wir weniger Kalorien. Dies ist eine Folge eines geringeren Grundumsatzes, ab- nehmender Muskelmasse und geringerer körperlicher Aktivität.

Der Bedarf an Kalorien wird bis zum Alter von 33 Jahren mit 100 % angesetzt. Der Bedarf sinkt dann in der Altersgruppe
- von 33 bis 55 Jahren um 10 %
- von 55 bis 75 Jahren um weitere 15 %
- ab 75 Jahre um weitere 10 %.

Ein Beispiel:
Frau X., Büroangestellte, Alter 30 Jahre hat einen Energiebedarf pro Tag von 2200 kcal.
Wenn Frau X. älter wird, verändert sich ihr Energiebedarf bei gleicher körperlicher Betätigung wie folgt:
33-55 Jahre, 2200 kcal - 10% = 1980 kcal Bedarf
55-75 Jahre, 1980 kcal - 15% = 1680 kcal Bedarf
ab 75 Jahre, 1680 kcal - 10% = 1500 kcal Bedarf
Der Energiebedarf von Frau X. hat im Laufe der Jahre um ca. 700 kcal abgenommen. Passt sie die Kalorienaufnahme nicht dem jeweiligen Bedarf an, so wird sie an Körpergewicht zunehmen, während sie an Gewicht abnimmt, wenn die Zufuhr unter ihrem Bedarf liegt.

Gründe für ein verändertes Ernährungsverhalten bei Senioren

Im mittleren Lebensalter ist Übergewicht das häufigste Problem für eine schlechte und ungesunde Ernährung. Im hohen und sehr hohen Lebensalter tritt Übergewicht seltener auf. Sehr viel häufiger sind Untergewicht und Mangelernährung zu beobachten.
Der Appetit lässt nach, die Lust zu essen nimmt bei Senioren deutlich ab.
Aber es gibt auch noch andere Gründe:
Mit zunehmendem Alter werden z.B. die soziale oder die finanzielle Situation immer entscheidender für die Lebensführung. Das heißt: Wer relativ wenig Geld zur Verfügung hat, ist geneigt, beim Essen zu sparen und zu billigeren Produkten zu greifen, die aber nicht immer viele Nährstoffe enthalten.

Mit den Jahren nimmt das natürliche Hunger- und Durstgefühl ab und das Essen schmeckt weniger intensiv. Sinnliche Reize, die den Appetit steigern, können schlechter wahrgenommen werden.
Auch das Einkaufen und Zubereiten des Essens wird unter Umständen schwieriger.

Hauptgrund für eine Mangelernährung sind jedoch die physiologischen Veränderungen. Diese haben vielfältige Auswirkungen auf den Appetit und die Nahrungsaufnahme. Dies stellt ein Risiko für den Ernährungszustand und die Gesundheit dar. Wie aktuelle Studien (ErnSTES-Studie) aufzeigen, kann das unterschiedliche Ursachen haben:

■ Kaubeschwerden auf Grund schlechter Zahn- und Mundgesundheit
■ abnehmende Sinneswahrnehmung
■ abnehmender Appetit durch Medikamente
■ erhöhter Vitamin- und Mineralstoffbedarf durch Medikamenteneinnahme
■ schlechte Verdauung, ungenügende Verwertung der Nahrungsinhaltstoffe
■ Mundtrockenheit

Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die die Nahrungsaufnahme erschweren und eine Mangelernährung fördern können:

■ Depressionen
■ Funktionsstörungen der oberen Extremitäten oder nachlassende Feinmotorik auf Grund von Krankheiten, wie
    Parkinson oder nach einem Schlaganfall.
■ Schluckstörungen
■ Demenz
■ Immobilität

Medikamente können Ernährungsprobleme hervorrufen oder verstärken. Hier sind an erster Stelle die "Rheumamittel" zu nennen, die u.a. zu chronischen Entzündungen des Magen-Darmtraktes führen können. Eine weitere wichtige Gruppe sind die Entwässerungstabletten (Diuretika), die wegen Herzschwäche oder Bluthochdruck eingenommen werden. Sie können zu schwerem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsmangel und Elektrolytstörungen führen.

So ist es nicht verwunderlich, dass Fehlernährung (Malnutrition) bei ärztlichen Untersuchungen die häufigste Diagnose bei betagten Menschen ist.

Die folgenden Auswirkungen einer Fehlernährung werden dabei besonders häufig festgestellt:

■ Über- oder Untergewicht.
■ Ein Mangel an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen (v.a. Vitamine C, D, B1, B2, B6, B12;
    Calcium, Eisen und Zink)
■ Flüssigkeitsmangel (besonders in den Sommermonaten)
■ Mangel an Ballaststoffen

Bei einer Unter- und Fehlernährung kann es zu einem Mangel an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen sowie zu einem Flüssigkeitsmangel kommen. Zeichen für eine Unter- und Fehlernährung können sein:
- allgemeine Schwäche mit der Gefahr zu stürzen
- erhöhte Anfälligkeit für Infekte
- Verwirrtheitszustände
- Verstopfungen
- schlechte Wundheilung
- extrem trockene Haut

Je nachdem wie stark diese Mangelzustände ausgeprägt sind, können sie sogar lebensbedrohlich werden.

Ausgewogene und seniorengerechte Ernährung

Im mittleren Lebensalter ist Übergewicht das häufigste Problem für eine schlechte und ungesunde Ernährung. Im hohen und sehr hohen Lebensalter tritt Übergewicht seltener auf. Sehr viel häufiger sind Untergewicht und Mangelernährung zu beobachten. Der Appetit lässt nach, die Lust zu essen nimmt bei Senioren deutlich ab.
Die Ursachen sind vielfältig:
- Die Fähigkeit, Geschmack zu empfinden, nimmt ab, weil sich die Geschmacksknospen im Mund zurückbilden.
- Wenn Senioren schlecht trinken oder bestimmte Medikamente einnehmen wie ACE-Hemmer
  (Blutdruckmittel), wird der Speichelfluss reduziert. Die Folge: Die Nahrung rutscht nicht mehr so gut.
- Schlechte Augen, das bedeutet: Der Anblick der Speise kann nicht mehr zum Essen animieren.
- Verzögerte Magenentleerung, die zur vermehrten Bildung von Sättigungshormonen führt.
- Einsamkeit

Um möglichst lange gesund und leistungsfähig zu sein und zu bleiben, sollte eine altersgerechte Ernährung eine Reihe von Funktionen erfüllen.

Eine altersgerechte Ernährung sollte:

■ verträglich sein
■ gut schmecken
■ eingeschränkte Funktionen berücksichtigen
■ Verdauungsvorgänge fördern
■ Organfunktionen unterstützen
■ auf den geringeren Energiebedarf abgestimmt sein
■ alle für den Körper notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge enthalten
■ die Widerstandskräfte stärken
■ die körperliche und geistige Leistungskraft stärken
■ von höchstmöglicher Qualität sein: "Qualität statt Quantität"

Ob ein Senior Appetit entwickelt, hängt sicherlich einerseits von den angebotenen Speisen ab.
Ebenso entscheidend ist aber das Drumherum. "Das Allerwichtigste ist eine gute Gesellschaft. Eine fröhliche Tischrunde animiert zum Essen", sagt Maja Döring, leitende Diätassistentin des Stoffwechsel-Centrums und der Ernährungsmedizin am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin. Das bedeutet für Angehörige: Dazu setzen, mit essen und das geliebte Familienmitglied nicht einfach "abfüttern".

Die Stimmung spielt eine große Rolle für Appetit und Hunger, haben auch Wissenschaftler der Universität in Montreal 2004 in einer Studie auf einer geriatrischen Rehabilitationsabteilung festgestellt. Eine positive Stimmung, so zeigte sich, lässt sich auch durch eine angenehme Umgebung beim Essen herstellen. Die Wissenschaftler empfehlen unter anderem Musik, hübsches Tischdekor und gute Gerüche. Die Anwesenheit von Hinfälligen und Patienten mit schlechten Essmanieren hemmt dagegen häufig den Appetit.

Der aid Infodienst rät beim Tisch- und Tellerdekor zu Farbkontrasten, um auch den Augen Nahrung zu geben. Das Essen sollte auf richtigen Porzellantellern serviert werden. Mikrowellen-Essen oder Essen auf Rädern zum Verzehr in der Kunststoffpackung zu servieren, sollte tabu sein - ebenso wie Plastikbesteck. Aus einem Schnabelbecher trinkt ein Senior am besten nur, wenn er mit einem Glas unter keinen Umständen zurechtkommt.

Das Essen soll die Sinne stimulieren. Die Speisen sollte aus farblich eindeutigen und miteinander kontrastieren Farben bestehen. Eine Speise, die sich nur aus erdfarbenen Bestandteilen zusammensetzt – etwa Hacksteak, gebratene Champignons und Kartoffeln – regt das Auge nicht an. Ratsam wäre es in diesem Fall, gedünstete rote Paprikaschote hinzu zu fügen oder die Champignons mit frisch gehackter Petersilie zu bestreuen.

Allerdings sollte die Speise auch im Geschmack ausdrucksstark sein. "Alte Menschen essen meistens gern herzhafte traditionelle Speisen", sagt Maja Döring.

Dazu zählen Eintöpfe, die nicht zu wässrig sein und aus bunten erkennbaren Zutaten – Möhren, Lauch, Petersilie, gern auch Brokkoli – bestehen sollten.

Die Diatassistentin empfiehlt außerdem:
- gedünstetes Gemüse
- gefülltes Gemüse wie Kohlrouladen
- Gulasch
- Knödel, auch Klopse genannt
- kross gebratene Frikadellen (Hackbällchen, Hacksteak)
- Geflügel, vor allem Schenkel
- gebratenes Fischfilet
- Heringe
- Hühnerfrikassee

Auch für Süßspeisen haben viele Senioren einen Faible. Gegen kleine Schlemmereien ist grundsätzlich nichts einzuwenden, solange sie nicht den gesamten Speiseplan dominieren. Außerdem empfiehlt es sich, süße Speisen mit relativ vielen Nährstoffen auszuwählen: Das bedeutet: Hände weg von Fettgebackenem, Weißbrot mit Butter und Marmelade, Schokoladenkuchen oder Götterspeise mit Vanillesoße.
Vorzuziehen sind:
- Früchtejoghurt
- Milchmixgetränke mit Früchten
- Milchreis mit Apfelmus, Milchreis mit Mango
- Apfelkuchen mit Vanillejoghurt
- Pflaumenkuchen
- Käsekirschkuchen
- Quark mit aufgetauten Tiefkühlbeeren
- Vollkornkekse
- Vollkornbrot mit Quark und Marmelade
- Banane

Um den Appetit bei Senioren anzuregen sollten die Portionen nicht zu groß sein.

Wer den Appetit von Senioren anregen möchte, sollte außerdem nur kleine Portionen servieren. Große Mengen lassen alte Menschen schnell resignieren. Hinzu kommt, dass sie ein schlechtes Gewissen entwickeln, wenn sie einen Rest auf dem Teller übrig lassen.

Die Ernährungspyramide hilft bei der richtigen Lebensmittelauswahl. Die unterschiedlichen Größen der Felder symbolisieren die Bedeutung der einzelnen Lebensmittelgruppen für eine vollwertige ausgewogene Ernährung. Wenn Sie jeden Tag aus allen Gruppen Ihre Mahlzeiten zusammenstellen und auf die richtigen Mengen sowie Abwechslung und Frische der Lebensmittel achten, ernähren Sie sich vollwertig.
Und das ist – zusammen mit regelmäßiger körperlicher Bewegung eine wichtige Voraussetzung für ein langes Leben bei körperlicher und geistiger Gesundheit.

Die Ernährungspyramide zeigt von was wir mehr oder weniger essen sollten

Ernährungspyramide nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Empfehlungen für eine altersgerechte Ernährung

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Empfehlungen für eine altersangepasste Ernährung zusammen.

■ Schränken Sie den Fettverzehr stark ein und bevorzugen Sie pflanzliche Fette und Öle.
■ Vollkorn bietet mehr. Essen Sie ausreichend Vollkornprodukte z.B. Reis, Teigwaren, Hirse und Brotwaren.
■ Täglich sollten Gemüse und Salat auf dem Speiseplan stehen.
■ Milch und Milchprodukte schmecken gut und gehören täglich ins Programm.
■ Zweimal Seefisch, 2-3 mal Fleisch und den Rest der Woche vegetarisch.
■ 2 Stücke Obst sollten es täglich sein.
■ Trinken nicht vergessen! 1,5 bis 2 Liter pro Tag benötigt Ihr Körper.
■ Streben Sie Ihr Normalgewicht an.

Nicht nur was und wie viel Sie essen ist von Bedeutung, sondern auch wann, wie oft und wie.

Beachten Sie hierzu folgende Empfehlungen:

■ Essen Sie regelmäßig und verteilen Sie die Nahrungsmenge auf 5 bis 6 kleine Mahlzeiten. Das ist bekömmlicher und
    erhält die Leistungsfähigkeit.
■ Kontrollieren Sie 1x pro Woche Ihr Gewicht.
■ Achten Sie auf ausreichend Bewegung. Regelmäßige körperliche Betätigung (2-3x/Woche) hält jung, beweglich und
    fit. Besonders gut eignen sich Ausdauersportarten wie Schwimmen, Walking, Radfahren und Wandern. Gymnastik
    sorgt für Beweglichkeit.
■ Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen - Essen Sie bewusst und kauen Sie gründlich, denn: Gut gekaut ist
    halb verdaut!
■ Richten Sie sich das Essen appetitlich an!
■ Etwas Warmes braucht der Mensch, vor allem der ältere. Eine warme Suppe oder eine Tasse warmer Tee tun gut.
■ Auch wenn Sie alleine den Haushalt führen - für die Gesundheit und das Wohlbefinden lohnt es sich, auch für eine
    Person zu kochen.
■ Kochen Sie auf Vorrat und frieren Sie einen Teil ein. Gut eignen sich hierzu Reis, Nudeln und Gemüse
■ Tiefkühlgemüse enthält nahezu so viel Inhaltsstoffe wie Frischware und spart viel Zeit.


(Quellenverzeichnis: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 9/2010,
ernährung.de 10/2010, fitimalter-dge.de, vitanet.de 9/2010, Verein zur Förderung der gesunden Lebensführung und der Ernährungsmedizin e.V. gesunde-lebensfuehrung.com  9/2010)

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