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Wichtige Informationen zum Thema Patientenverfügung

80% aller Deutschen wünschen sich einen schmerzlosen und schnellen Tod. Langsam im Krankenhaus an Maschinen dahin siechen, ist wohl für jeden eine Horrorvorstellung. Und bei vielen auch im Hinterkopf, werde ich zum Spielball der Medizin von ein paar ehrgeizigen Ärzten? Das Thema Patientenverfügung ist daher seit geraumer Zeit in aller Munde.

Unterschrift7

Es gibt eine Vielzahl von Vordrucken, Formularen und Mustern und im Ernstfall, so hört man immer wieder, nützt die gemachte Patientenverfügung dann doch nichts. Warum ist das so?

Was ist die Patientenverfügung?

Mit der Patientenverfügung gibt man eine schriftliche Willenserklärung zur medizinischen Behandlungen ab, die dann greift, wenn man selbst entscheidungsunfähig ist (z.B. Komapatienten, Demenzerkrankungen) oder seinen Willen nicht mehr äußern kann (z.B. Schlaganfallpatienten, im Endstadium einer unheilbaren Krankheit).

Eine Willenserklärung des Patienten nicht künstlich beatmet werden zu wollen, der abgelegte Eid eines jeden Arztes Menschenleben zu retten und die Strafverfolgung bei aktiver Sterbehilfe stehen im krassen Gegensatz und deshalb führt das Thema immer wieder zu Mißverständnissen.

Klar war, das es eine gesetzliche Regelung zur Patientenverfügung geben muss um allen Parteien Rechtssicherheit zu gewähren.

Der Gesetzgeber hat im Sommer 2009 zur Patientenverfügung folgendes festgelegt:    (aus: focus-online 6/2009)

Nach mehr als sechsjähriger Debatte verabschiedete der Bundestag eine Regelung, die mehr Rechtsklarheit bringen soll.
Der vorab formulierte Wille eines Patienten für den Fall schwerer Erkrankungen soll in Zukunft weitgehend gelten. Auch die Anordnung, lebenserhaltende Maßnahmen zu beenden, muss grundsätzlich befolgt werden. Die Gültigkeit der bereits neun Millionen Patientenverfügungen wird durch das neue Gesetz nicht in Frage gestellt. Sie müssen nicht neu gefasst werden.

Nach dem Entwurf können Volljährige in einer schriftlichen Verfügung im Voraus festlegen, ob und wie sie später behandelt werden wollen, wenn sie am Krankenbett ihren Willen nicht mehr selbst äußern können. Der Betreuer oder der Bevollmächtigte muss gegenüber den Ärzten dafür sorgen, die Verfügung durchzusetzen. Voraussetzung ist aber, dass die Erklärung auch die tatsächliche Behandlungssituation überhaupt erfasst.

Daraus geht eindeutig hervor, dass es in einer Patientenverfügung wichtig ist einen Betreuer oder Bevollmächtigten zu benennen und damit die Vorsorgevollmacht vorab zu klären, da andernfalls ein gerichtlicher Vormund bestellt werden muss.

Wichtig ist: Im Notfall müssen Ärzte und Betreuer schnell erkennen, was der Patient will. Deshalb sollte genau formuliert sein, welche lebenserhaltenden Maßnahmen gewünscht bzw. ab wann nicht mehr gewünscht werden. Zudem sollte festgelegt sein, wo man sterben möchte und wie mit Schmerzmedikamenten verfahren werden soll.

Sie sollte an einem zugänglichen Ort aufbewahrt werden, Betreuer, Angehörige und der Arzt sollten von der Verfügung wissen (ggfs. auch ein Kopie erhalten).

Um auszuschließen, dass sich am Meinungsbild des Verfassers nicht geändert hat, sollte die Patientenverfügung alle zwei Jahre erneuert werden bzw. um eine Bestätigung durch einen Eintrag von einem neuerlichen Datum und der Unterschrift ergänzt werden.

Damit ist aber das Problem Patientenverfügung noch nicht gelöst. Denn bis zum Hinterlegen einer fertigen, meinem Wunsch entsprechenden und alle Eventualitäten berücksichtigende Verfügung ist es ein weiter Weg.

Jede Patientenverfügung ist eine Fiktion, denn keiner weiß, wo es zum Ende des Lebens mit einem hingeht. Eine Patientenverfügung gibt Entscheidungshinweise für den Fall, dass die eigene Entscheidungsfähigkeit nicht mehr gegeben ist.

Aber kann man als gesunder Mensch entscheiden, was man will, wenn man die Diagnose von einer unheilbaren Krankheit erhält? Hat es nicht genügend Fälle gegeben in denen medizinisch hoffnungslose Fälle wieder gesund wurden? Heilungschancen lassen sich vielleicht statistisch abschätzen, auf die eigene Krankheit bezogen bleibt aber jede Statistik abstrakt.

Es gibt im Leben keine letzten Garantien, erst recht nicht in Grenzsituationen. Eine Patientenverfügung muss mit dieser Tatsache angemessen umgehen. Es handelt sich hierbei immer um eine Annäherung an künftige konkrete Entscheidungssituationen.

Deshalb muss die Patientenverfügung so konkret wie möglich auf eventuell eintretende Grenzsituationen Antwort geben, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren. Ein gewisses Maß an Abstraktheit wird sie daher immer enthalten müssen. In der Patientenverfügung muss aber dennoch zum Ausdruck kommen, dass der Verfasser sich mit diesem Problem auseinandergesetzt und eine eigene, ganz persönliche Antwort gefunden hat.

Für eine wirksame Patientenverfügung braucht man sich nicht mit allen möglichen Krankheitsverläufen und Todesursachen auseinanderzusetzen, sondern nur mit relativ wenigen Situationen, die zum Lebensende hin auftreten können:
Was wünsche ich für mich bei
- Schmerzen
- Atem- oder Herzstillstand
- bei Stoffwechselentgleisungen
- bei Unfähigkeit zu schlucken
- bei längerer Bewusstlosigkeit
- bei künstlicher Beatmung
- bei Organschwäche oder -ausfall
- bei Blutreinigung
- ?

Nicht fehlen dürfen: Ort, Datum, Unterschrift.
Es ist sinnvoll, wenn ein bis zwei Zeugen durch Unterschrift bestätigen, dass Sie bei klarem Verstand und ohne Zwang die Patientenverfügung gefertigt haben.

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