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Hilfsmittel für Senioren

Wer hat es nicht schon einmal erlebt, nach einem Sturz Schulter, Arm oder Bein gebrochen, nach dem Krankenhaus zurück in die eigenen vier Wände und dann.... ohne fremde Hilfe lassen sich die alltäglichsten Dinge nicht mehr verrichten. Anziehen, duschen, Essen zubereiten und dann auch noch mit Messer und Gabel essen, zur Toilette gehen werden mit einem Mal zur Herausforderung. Sicherlich ist ein Verwandter, Kinder oder nette Nachbarn in der Nähe, die mal vorbeischauen um zu helfen, aber was macht man in der Zeit dazwischen?   Man wird erfinderisch.

So gibt es für diese kleinen Herausforderungen des Alltags praktische Helfer die es Ihnen ermöglichen viele dieser Tätigkeiten  selbst zu verrichten. Sie sind zudem nicht nur praktisch sondern stärken auch ihr Selbstwertgefühl und geben ihnen die Bestätigung, dass sie viele Dinge noch selbst und allein, ohne fremde Hilfe erledigen können.

Die Nachbarin meiner Mutter zum Beispiel blühte richtig auf, als ihr die Kinder nach einer Knieoperation ein Elektromobil schenkten. Der Weg zum Einkaufen in den eigentlich nahen Supermarkt oblag auf einmal wieder in ihrer Eigenverantwortung. “ICH möchte jetzt einkaufen gehen” ! und nicht “Wann hast du denn mal Zeit mit mir einkaufen zu gehen”?

Ein Elektromobil hilft Betroffenen ihre Selbstständigkeit zu bewahren.
Ein Treppenlift hilft kann den Umzug in ein Seniorenheim verzögern.

Wir stellen Ihnen hier ein paar Hilfsmittel, die Ihnen den Alltag erleichtern vor. Sicherlich sind Ihnen Treppenlift, Gehhilfen und Rollatoren bereits bekannt, aber es gibt auch noch ein paar andere nützliche und praktische Hilfsmittel - die die Pflege von behinderten und körperlich beeinträchtigten Menschen erleichtern.

Krankheiten und körperliche Beeinträchtigungen führen häufig zu längerer Verweildauer im Bett. Hier könnte zum Beispiel ein Pflegebett mit einer Aufstehhilfe, nicht nur für den zu Pflegenden eine Hilfe sein sondern es erleichtert auch den Angehörigen und den pflegenden Personen ihre Arbeit. Wie fühlt sich wohl ein Betroffener, wenn er seinen Besuch nicht im Liegen sondern im Sitzen empfangen kann?

Ein Bett mit Aufstehhilfe gibt dem Betroffenen ein Stück Würde zurück.

Was sind eigentlich Hilfsmittel?

Ein Hilfsmittel ist ein Instrument oder Werkzeug zur Arbeitserleichterung bzw. wird eingesetzt um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Hilfsmittel werden verwendet oder hinzugezogen, um eine Sache leichter, schneller oder besser erledigen zu können. (nach: wikipedia.de)

Im Bereich der Rehabilitation sind Hilfsmittel „Gegenstände, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg einer Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit sie nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen sind“ (wikipedia.de)

Ob und in welcher Höhe die benötigten Hilfsmittel von der Krankenkasse (als Sachleistungen) übernommen werden, dass hat der Gemeinsame Bundesausschuss* im Dezember 2011 und im März 2012 in einer Richtlinie zur Verordnung von Hilfsmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung festgelegt. Darin wird genau festgeschrieben, was Hilfsmittel sind und vor allem, in welchen Fällen sie zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden dürfen. So werden sie verordnet, um

- den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern,
- einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder
- eine Behinderung bei der Befriedigung von Grundbedürfnissen des täglichen Lebens auszugleichen,
- eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führt, zu beseitigen,
- einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegenzuwirken,
- Krankheiten zu verhüten oder deren Verschlimmerung zu vermeiden,
- Pflegebedürftigkeit zu vermeiden,

soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen (...) sind.

So wird in der Richtlinie festgehalten, dass der Spitzenverband Bund der Krankenkassen  ein systematisch strukturiertes Hilfsmittelverzeichnis, in dem von der Leistungspflicht umfasste Hilfsmittel aufgeführt sind  erstellt.

In §5 wird festgelegt, dass
(1) Hilfsmittel durch die Krankenkassen auch leihweise überlassen werden können.
(2) Die Krankenkasse  die Übernahme der Leistung davon abhängig machen, dass sich die oder der Versicherte das
     Hilfsmittel anpassen und/oder sich in seinem Gebrauch ausbilden lässt.
(3) Die Krankenkasse kann in geeigneten Fällen vor Bewilligung eines Hilfsmittels durch den Medizinischen Dienst der
     Krankenversicherung prüfen lassen, ob das Hilfsmittel erforderlich ist.

Wir geben ihnen hier ein paar Beispiele und Anregungen, vielleicht haben sie ja ein ganz persönliches Alltagsproblem, welches es zu meistern gilt, gehen sie doch einfach mal in ein Sanitätshaus, dort finden Sie all die hier vorgestellten praktischen Helfer, die das Leben einfacher machen und darüber hinaus noch viel, viel mehr...

Für die Sicherheit außerhalb der Wohnung
Rollstühle werden genau auf die Beeinträchtigung und Behinderung des Betroffenen ausgerichtet.

Rollstühle elektrisch oder manuell bedienbare Rollstühle, welche durch ihre unterschiedliche Bauart unterschiedliche Bedürfnisse und Beeinträchtigungen berücksichtigt, z.B. zusammenklappbar für das Auto, mit Kipp- und Liegefunktionen oder als Sportgerät. Es gibt eine Vielzahl von Ausfertigungen und Zusatzfunktionen, sodass der Kauf eines solchen Hilfsmittels wohl überlegt und auf die Bedürfnisse des Betroffenen genau abgestimmt sein sollte. Daher ist eine Beratung in einem guten Sanitätsfachgeschäft unabdingbar.

Foto: hms-burgdorf.ch

Rollator: Wenn Sie beim Gehen stärker eingeschränkt sind oder der Gehstock allein nicht mehr ausreichend Halt gibt, hilft Ihnen der Rollator wieder auf die Beine. Durch das Aufstützen der Arme auf zwei stabile Griffe entlastet ein Rollator Becken und Hüfte. Mit den Handbremsen lassen sich die Räder jederzeit festmachen, damit Sie im Stehen einen besseren Halt haben. Die Mehrzahl der Modelle sind mit einem kleinen Sitz zum Verschnaufen ausgestattet.  Für den Einkauf bietet ein Drahtkorb ausreichend Platz.

Auf diese Einzelheiten sollten Sie bei Ihrer Auswahl achten:

Der Rollator gibt Senioren mjt Mobilitätseinschränkungen eine gewisse Sicherheit zurück.

Foto: yagato com

- Einstellung und Beschaffenheit der Griffe
Die Griffhöhe sollte richtig und auf ihre Person einstellen sein. Um Verkrampfungen vorzubeugen sollten Hand- und Bremsgriff ihrer Hand genau angepasst werden. Die Griffe sollten rutschfest und schweißaufsaugend sein.

- leichtgängige Bremsen
Achten sie auf einfache Bedienung der Bremsen, diese können lebenswichtig sein und sollten von jedem einfach und leicht bedienbar sein.
Die Mehrzahl der Modell ist heute mit einem Bremshebel ausgestattet, der während der Fahrt nach oben gezogen (Bremswirkung) und zum Parken nach unten gedrückt (Feststellen) bedient wird.

- variabler Sitz
Meistens sind die Sitze nicht höhenverstellbar, aber es lässt sich eine Rückenlehne in Form eines Bügels oder eines Gurtes montieren. Der Sitz sollte nur so hoch sein, dass beim Sitzen die Füße noch den Boden berühren. Viele Sitze können auch mit einem mitgelieferten Tablett ausgestattet werden.

- abnehmbarer Korb
Der Korb sollte leicht abnehmbar sein. Bitte darauf achten, den Korb nicht überbeladen.

- Vollgummi- oder PU-Kunststoffräder sind heute Standard

- Faltsicherung
Diese sollte automatisch bei aufgestelltem Rollator einrasten. Der Bedienhebel sollte zur Sicherheit farblich markiert sein.

- Reflektoren dienen der zusätzlichen Sicherheit
In der Regel wird ein Rollator vom Arzt verschieben, von der Krankenkasse bezahlt und vom Sanitätsfachhandel geliefert. Sie erhalten das Gerät leihweise incl. Einweisung und Service.  Durch Zuzahlung bekommt man oft komfortablere Modelle. Allerdings ist eine besondere Ausstattung oder deren Umbau aufgrund besonderer Handicaps kostenlos und jederzeit nachgerüstbar.

Krücken sind einfache aber effektive Hilfsmittel , wenn Senioren  unsicher auf den Beinen sind.

Foto: preisroboter de

Gehstock oder Krücken: Diese schlichten Gehhilfen sind unverzichtbar, wenn Sie etwas unsicher auf den Beinen sind. Moderne Gehstöcke verfügen über ein Blinklicht, damit Radfahrer Sie im Dunkeln nicht übersehen. Eingebaut ist auch eine Sirene, mit der Sie im Notfall auf sich aufmerksam machen können. All das gibt es auch als faltbare Variante, die problemlos in jede größere Handtasche passt. Praktisch dazu der Gehhilfen-Ständer: Mit diesem System können Sie Ihre Gehhilfen nachrüsten. Zwei Gehstöcke lassen sich miteinander verbinden und bilden ein Kreuz. Zusätzlich klappt ein drittes Bein aus. Die Gehhilfen können Sie so an jedem Ort abstellen, ohne dass sie umfallen.

Weitere Helfer für draußen und unterwegs
Spikes zum Unterschnallen -im Winter nicht nur für Senioren unverzichtbar.

Foto: focus de

Noch ein wichtiges Hilfsmittel für den Winter die Schuhspikes - und die sind sicherlich nicht nur für Senioren und Behinderte von Vorteil.
Wenn Sie trotz eisigen Wetters nicht auf Ihren Spaziergang verzichten wollen, sollten Sie sich Spikes zulegen. Die Noppen sind an Ledersandalen angebracht, die sich leicht über die Schuhe ziehen lassen. Das gibt Ihnen mehr Bodenhaftung auf glatten Wegen. Die Spikes gibt es in verschiedenen Schuhgrößen.

Einkaufstrolley: Dieser zweirädrige Gepäckwagen kann Ihnen den schweren Einkauf abnehmen. Statt volle Tüten zu schleppen, ziehen sie das Wägelchen einfach hinter sich her. So sparen Sie Ihre Kräfte und schonen die Gelenke. Achten sie darauf, dass der Griff des Trolleys ausreichend hoch ist, damit Sie Ihrer Wirbelsäule nicht schaden.

Der Trolley - der bequeme Weg zum Einkaufen.
Ein Senioren-Dreirad hält fit

Foto: preissuchmaschine de

Foto: preisroboter de

Senioren-Dreirad: Im Gegensatz zu einem normalen Rad hat das Dreirad zwei Hinterräder, was für zusätzliche Stabilität sorgt. Dazwischen hat außerdem ein großer Einkaufskorb Platz. Da die obere Rahmenstange fehlt, wird das Auf- und Absteigen erleichtert. Schaltung, Bremsen und Design sind modernen City-Rädern nachempfunden.

Auch die moderne Technik stellt sich immer mehr auf Senioren ein

Im Bereich der Elektronik gibt es immer wieder Neuerungen, die das Leben für Senioren, Seh- und Hörgeschädigte und Behinderte einfacher machen. Brauchen Sie eigentlich alle Knöpfe auf Ihrer Fernbedienung? Nutzen Sie alle Funktionen Ihres Handys? Es ist schön, dass sich einige Hersteller wieder auf das Wesentliche eines Elektronikteils konzentriert haben und nur die Funktionen eingebaut haben, für die das Ding ursprünglich mal erdacht war.

Hilfsmittel - Fernbedienung

Fernbedienungen für unsere Fernseher: So gibt es speziell für Senioren gestaltete Geräte, die wesentlich handlicher und übersichtlicher aufgebaut sind. Die wichtigsten Knöpfe wie Lautstärke und Senderwahl sind großzügig angelegt und auch mit eingeschränkt beweglichen Fingern problemlos zu drücken.

Foto: preisroboter de

Telefone schnurlos, fest installiert oder als Handy: Viele Telefon-Hersteller bieten inzwischen Geräte mit großen Tasten und gut lesbarem Display. Ein deutlich sichtbarer Notrufknopf gehört ebenfalls zur Ausstattung. Einige Telefone verfügen über Schnellwahltasten, die Sie mit Bildern (z.B. Photos der Kinder) markieren können. Zusätzlicher Vorteil von schnurlosen Telefonen: keine Kabel - keine Stolperfallen !

Hilfmittel - Senioren-Telefon - große Tasten, akustisches und optisches Signal

Foto: preissuchmaschine de

Dank der Technik ist es möglich fast jedes Gerät “sprechen” zu lassen. Hier zwei Beispiele für wichtige Hilfsmittel für Sehgeschädigte:

Hilfsmittel - sprechendes Thermometer

Foto: yagato com

Sprechendes Fieberthermometer: Pflichtbewusstes Fiebermessen bringt nichts, wenn Sie den Wert nicht ablesen können. Dieses Thermometer sagt Ihnen Ihre Körpertemperatur laut und deutlich an. Eine Digitalanzeige ist natürlich trotzdem angebracht.

Sprechender Wecker: Stündlich oder auf Knopfdruck sagen diese Uhren Ihnen die Zeit an. Auf Wunsch können Sie sich von einem Hahnenschrei wecken lassen. Die meisten Geräte verfügen außerdem über eine große Digitalanzeige. Auch eine Armbanduhr mit den gleichen Eigenschaften ist erhältlich.

Hilfsmittel - sprechender Wecker

Foto: yagato com

Bildschirmlupe: Ein sinnvoller sowie praktischer Helfer für alle Sehgeschädigten. Eine große Lupe wird mittels eines Ständers vor den Bildschirm ihres Fernseher gestellt. Der Abstand zum Bildschirm und damit die Vergrößerung können durch verschieben des Ständers eingestellt werden. Sie können sich bequem in ihrem Fernsehsessel zurücklehnen und müssen nicht immer weiter Richtung Bildschirm vorrücken.

Auch für den Haushalt gibt es unzähliger nützliche Hilfsmittel

Körner- oder Kirschkernsäckchen und Moorwärmflasche: Sobald die Koordinationsfähigkeit der Hände abnimmt, kann das Zubereiten einer Wärmflasche gefährlich sein. Wenn Sie das heiße Wasser versehentlich über Ihre Haut gießen, kann es zu schweren Verbrennungen kommen. Eine bessere Alternative bieten diese trockenen Wärmer. Beide können Sie für wenige Minuten in der Mirkowelle aufheizen und dann gefahrlos zum Wärmen nutzen.

Greifhilfe: Optisch ähnelt das Instrument einer sehr langen Zange, es funktioniert wie eine Verlängerung des Arms. Mit der Greifhilfe können Sie Gegenstände sicher packen, die ansonsten außerhalb Ihrer Reichweite liegen. Die Zangen an der Spitze lassen sich in jeder Position festmachen. Auf diese Weise entgleitet Ihnen der Gegenstand nicht, auch wenn Ihre Handmuskeln ermüden.

Hilfsmittel - Schlüssel

Schlüsseldrehhilfe: Dieser Plastikaufsatz erleichtert es Ihnen, mit den Hausschlüsseln zu hantieren. Er umschließt den hinteren Schlüsselteil und dient als verlängerter Griff. Dies ist besonders für Menschen sinnvoll, die unter einer Fingerschwäche oder Arthritis leiden.

Hilfsmittel - Öffner

Foto: preisroboter de

Flaschenöffner für Drehverschlüsse: Mit diesem kleinen Helfer öffnen Sie Flaschen und Einmachgläser ohne am Deckel abzurutschen. Optisch ähnelt das Hilfsmittel einer großen Gummikappe, die über den Verschluss gestülpt wird. Damit haben Sie alles gut im Griff.

Foto: amazon de

Griffverdickung für Bleistifte und Kugelschreiber sind für ältere Menschen oft zu schmal. Es gibt Kunststoff- oder Schaumstoffröllchen, die Sie über die Griffe stülpen können. So haben Sie mehr in der Hand und können wieder leichter die Feder schwingen.

Ein langstieliger Kamm kann die verminderte Kraft in den Schultern auffangen. Viele schaffen es nicht mehr, ihre Arme hoch genug zu heben und sich zu kämmen. Ein Kamm mit extra langem Stiel hilft. Der Stiel ist in sich verschiebbar und lässt sich auf mehr als 30 Zentimeter Länge auseinander ziehen.

Bestecke mit dickem Griff sichern das feste Zupacken, was gerade bei heißem Essen wichtig. Normales Metallbesteck ist für ältere Menschen oft zu zierlich. Geeignet ist Besteck mit dickeren Griffen, die es in unterschiedlichen Stärken gibt.

Ein Anti-Rutsch-Tablett, sind so beschichtet, dass das Geschirr nicht verrutschen kann. Auch dann nicht, wenn das Tablett zu einer Seite leicht abkippt, weil die Kraft in den Armen beim Tragen nachlässt. So können Sie Ihre Mahlzeiten und den Kaffee wieder sicher transportieren.

Jumbo-Eieruhr: Zum Tee ziehen lassen oder Eier kochen eignet sich eine Uhr mit extra großer Beschriftung. Sie haben jederzeit im Blick, wann der Tee oder das Ei fertig ist.


Gemeinsamer Bundesausschuss: Hilfsmittel-Richtlinie Stand: 21. Dezember 2011/15. März 2012

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